30. Oktober 2025
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Forschungsfeld Friedhof

Wer behauptet, das Fach Geschichte beschäftige sich nur mit Altem und Totem, hat Recht – aber nur zum Teil! Wie gegenwärtig und präsent Vergangenes noch immer ist, erkundeten die Junghistoriker*innen der 11a an einem schönen Herbstmorgen im Oktober. 

Bereits um 7.55 Uhr traf sich die Klasse am Eingang zum Alten Südlichen Friedhof, um sich anschließend auf die Suche nach Spuren der kolonialen Vergangenheit Münchens zu begeben: Welcher Personen wird heute auf dem Friedhof (und mit Straßennamen) gedacht? Wessen Geschichten werden erzählt, welche Geschichten nicht? 

Eindrucksvoll ließ sich das Thema an der Gedenktafel zu den sog. „Kolonialkriegen“ erörtern: Sie ehrt noch immer diejenigen Soldaten, die am Genozid an den Herero beteiligt waren – von den Opfern kein Wort. Vor diesem Hintergrund können die Graffitis mit dem Aufruf „Decolonize“ auch als Aufruf an die Münchner Stadtgesellschaft gesehen werden, sich mit diesem Erbe kritischer auseinanderzusetzen. Im Geschichtsunterricht werden wir uns jedenfalls weiter den Herausforderungen kollektiven Erinnerns widmen! 

T. Verbeck