Die Frage nach Frieden im Nahen Osten beschäftigt uns wohl alle. So auch die Schüler*innen der Q13, die sich in ihren Geschichtskursen intensiv mit dem Nahostkonflikt befasst haben. Umso wertvoller war es daher, eine Perspektive direkt aus der Region zu hören. Aus diesem Grund bekam die Q13 des AWG am 25.11.2025 Besuch von zwei Mitarbeitenden des Tel Aviv Museum of Arts in Israel, die das Projekt „The Art Road to Peace“ vorstellten. Der Kontakt war über den Förderverein des Museums in Deutschland zustande gekommen – dessen Vorsitzende interessanterweise Mitglied des ersten Abiturjahrgangs am AWG war.
Die Projektleiter*innen Raafat Hattab und Shani Almog Broitman gaben spannende Einblicke in ihre Arbeit. Ihr Ziel: Jüdische und muslimische Kinder aus allen sozialen Schichten in Israel schon in frühen Jahren zusammenzubringen und einen Raum für einen offenen Austausch zu schaffen. Das Tel Aviv Museum of Arts spielt dabei eine zentrale Rolle, denn Basis für das Projekt ist die Kunst, die in diesem Museum zu finden ist. Das Museum arbeitet dabei unabhängig von der israelischen Regierung und gestaltet das Projekt eigenständig. Beim gemeinsamen Betrachten von Kunstwerken kommen die Kinder und Jugendlichen miteinander ins Gespräch – ohne dass es sofort um Politik gehen muss. So können Vorurteile abgebaut werden und die jungen Menschen lernen, dass ein friedliches Miteinander möglich ist. Das ist besonders wichtig, da muslimische und jüdische Menschen sich aufgrund der überwiegend getrennten Schulsysteme in Israel oft erst im Erwachsenenalter begegnen. Und das ist laut Raafat und Shani einfach zu spät, weil sich Vorurteile dann schon verfestigt haben können.
Allerdings gibt es bei der Durchführung des Projekts einige Hürden, wie beispielsweise die Sprachbarriere: Muslimische Jugendliche und Kinder sprechen meistens Arabisch, während jüdische Hebräisch sprechen. Außerdem kann teilweise schon der Weg zum Museum schwierig sein. Es wird jedoch mit allen Mitteln versucht, so vielen jungen Menschen aus Israel wie möglich die Teilnahme an dem Projekt zu ermöglichen. „The Art Road to Peace“ zeigt somit, wie Kunst gewissermaßen als dritte Sprache Menschen verbinden und so einen kleinen Schritt Richtung Frieden bewirken kann.
Nach der Präsentation des Projekts hatten die Schüler*innen die Möglichkeit, weiterführende Fragen zu stellen, auch zu der Situation und Lebensrealität in Israel. Gerade diese unmittelbaren Einblicke bieten eine bedeutsame Ergänzung des schon bestehenden Wissens und regen zum weiteren Nachdenken und Diskutieren an. Allerdings war dabei die angespannte politische Lage vor Ort deutlich spürbar, da ein konkreter Austausch über die aktuelle Situation ausgeklammert werden musste. Der Vortrag endete mit den Worten: „It’s time for Peace“ – ein einfacher, aber doch so bedeutender Satz, dem wir wahrscheinlich alle zustimmen können.
Jule Steiner, Q13 und T. Verbeck

